Switzerland
Oskar
Caprez (Chur)
Taken
from Gutzmann-Festschrift (1980) and completed by an up-date
from Karel Vrticka (Lucerne)
In
der folgenden Schilderung soll im wesentlichen auf die Entwicklung
der Phoniatrie als eines ärztlichen Spezialgebietes eingegangen
werden. Schon im vorigen Jahrhundert haben einzelne initiative
Ärzte und vor allem Pädagogen sich mit Fragen der
Hör-, Stimm- und Sprachheilkunde beschäftigt. Im Vordergrund
stand die Betreuung von Taubstummen und hochgradig Schwerhörigen,
gefolgt von später sich allmählich anbahnenden Behandlungen
von Stottern und Stammeln.
Wir müssen annehmen, daß der Zürcher Ohrenarzt,
Dr. med. O. Laubi. als erster eine eigentliche phoniatrische
Tätigkeit ausübte. So finden wir in den Akten des
Schulamtes der Stadt Zürich erstmals Notizen über
seine Tätigkeit als Leiter eines ambulanten Unterrichts
für sprachgebrechliche Kinder. 1918 wurde Laubi durch den
damaligen HNO-Klinikdirektor Prof. Dr. F. Nager an seine Klinik
berufen mit dem Auftrage, eine öffentliche Sprechstunde
für Stimm- und Sprachgebrechen. verbunden mit Ablese-Unterricht
für Schwerhörige, zu übernehmen. Diese Tätigkeit
beruhte auf ehrenamtlicher Grundlage. Leider gelang es nicht,
für diese Tätigkeit eine tragbare finanzielle Lösung
zu finden, so daß Laubi sich ein Jahr später von
der Leitung dieser Sprechstunde zurückzog und sich ganz
auf seine Privatpraxis beschränkte.
Wenn wir den Namen Max Nadoleczny erwähnen, so ist wohl
den wenigsten bekannt, daß er als Sohn des in Zürich
eingebürgerten österreichischen Offiziers a.D. Johann
Nadoleczny und der Marie geb. Sulzberger, Tochter eines bekannten
Juristen und Politikers, in Zürich geboren wurde. Fünf
Jahre später übersiedelten seine Eitern nach München,
das nach Abschluß seiner Studienzeit seine neue Heimat
werden sollte. Sein Medizinstudium absolvierte er an den Universitäten
Kiel, Berlin und München. Die Ausbildung als HNO-Arzt erhielt
er an den Münchner HNO-Polikliniken, in Turin bei Gradenigo
sowie in Paris bei Lermoyez. Für sein späteres Wirken
wegweisend war sein Aufenthalt 1900 bei seinem hochverehrten
Lehrer Gutzmann in Berlin. Nach seiner Niederlassung 1901 als
Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenkrankheiten, Sprach- und Stimmstörungen
in München, folgte die ehrenamtliche Tätigkeit als
Consiliararzt am Kinderhospital München-Nord, dem späteren
Gisela-Kinderhospital. 1910 erhielt er den Auftrag, an der Universitäts-Klinik
für Ohrenkranke eine Abteilung für Sprach- und Stimmkranke
zu errichten. Seine Habilitierung erfolgte 1922. Noch im gleichen
Jahr, nach dem Tode seines Lehrers Hermann Gutzmann, erhielt
er einen ehrenvollen Ruf als dessen Nachfolger nach Berlin.
Im Anschluß an seine Ablehnung hat die Bayrische Regierung
ihn zum außerordentlichen Professor ernannt und ihm einen
Lehrauftrag für Sprach- und Stimmheilkunde übertragen.
1925
gründete er die Deutsche Gesellschaft für Sprach-
und Stimmheilkunde und war deren Vorsitzender bis 1936. Im Anschluß
an seinen Rücktritt wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft der
Gesellschaft verliehen. Nach fast 40-jähriger Tätigkeit
in München, etwas erleichtert durch die Ungunst der Zeit
- inzwischen war der zweite Weltkrieg ausgebrochen - kehrte
ei in seine Vaterstadt Zürich zurück, wo er
die nötige Muße suchte, in Ruhe an die Vollendung
seiner wissenschaftlichen Arbeiten zu gehen. Er eröffnete
1940 in Zürich seine Praxis und fand in kurzer Zeit einen
großen und dankbaren Patientenkreis. Am Zürcher Heilpädagogischen
Seminar begann er, Vorlesungen über Phoniatrie und Logopädie
zu halten, für die er viele Zuhörer gewann. Es stimmt
uns aber nachdenklich, daß es ihm nicht ermöglicht
werden konnte, an der Züricher Medizinischen Fakultät
Eingang zu finden.
Wenn
anderweitig hervorgehoben wird, er sei so richtig zum Verwalter
und Mehrer des Gutzmannschen Erbes geworden, so müssen
wir Schweizer dem anfügen, daß er für uns Vater
einer schweizerischen Phoniater- und auch Logopädengeneration
geworden ist. War es doch eine glückliche Fügung,
daß eine Reihe Schweizer Ärzte und Logopäden
ihren Weg zu Nadoleczny in München gefunden hat. Ihnen
wurde vom Erbe Gutzmanns vieles übermittelt. Die Persönlichkeit
von Nadoleczny selbst vermochte seine Schüler für
die Phoniatrie zu begeistern und in ihnen das Verantwortungsgefühl
zu wecken, das Gehörte und Gesehene an ihrem neuen Wirkungsort
zu brauchen und an der Weiterentwicklung des Faches, jeder an
seinem Ort, selbst weiterzuarbeiten.
Von
seinen Schweizer Schülern muß eine Dame besonders
erwähnt werden, nämlich Eva Bernoulli in Basel. Sie
hat als erste in ihrer Heimatstadt im Sinne Nadolecznys Logopädie
betrieben, wo sie lange Jahre allein stand, und erst später
kam ihr die Anerkennung zu, die sie verdiente.
Ihre
große humanistische Bildung, ihre feingepflegte Sprache
und ihr besonderes didaktisches Können begeisterte alle
jene, wenn auch ihre Zahl nicht groß war, die mit ihr
in näheren Kontakt kamen. Sie gehörte zu jenen, die
ohne ärztliche Fachausbildung ganz außerordentlich
viel über die eigentliche Phoniatrie wußte. Immer
wieder versuchte sie Ärzten die Phoniatrie nahezubringen
und vor allen Dingen Ärzte zu überzeugen. wie notwendig
es wäre, daß gerade die Schulmedizin sich vermehrt
der Phoniatrie annehmen sollte. Als ehemalige Mitarbeiterin
von Frau Fernau-Horn hielt sie im Rahmen der Schweizerischen
Gesellschaft für Phoniatrie. Logopädie und Audiologie
eine Gedenkrede über Leben und Wirken von Frau Fernau,
die alle Anwesenden tief beeindruckte. Es war nicht nur der
vollendete Stil, sondern auch die gepflegte Ausdrucksweise ihrer
Vortragssprache.
Von
den Zürcher Ohrenärzten kam als erster Dr. med. K.
Kistler zu Nadoleczny und übernahm 1928 die seit dem Weggang
von Dr. Laubi an der ORL-Klinik verwaiste phoniatrische Sprechstunde
während etwa vier Jahren. Anschließend widmete er
sich hauptsächlich dem ersten Zürcher Sprachheil-Kinderheim
,,Schwyzerhüsli bis in sein hohes Alter. Eine zunehmende
Schwerhörigkeit, die schließlich fast zur Ertaubung
führte, zwang ihn schließlich, seine Tätigkeit
aufzugeben. Kistler war es, der immer wieder seine Kollegen,
hauptsächlich die Ohrenärzte, ermunterte, sich vermehrt
sprachgebrechlicher und schwerhöriger Patienten anzunehmen.
So war er äußerst aktiv innerhalb der während
des zweiten Weltkrieges gegründeten Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft
für Logopädie Auch beim Bund Schweizerischer Schwerhörigenvereine
stand er seit dessen Gründung immer in vorderster Linie
und hat sich auch sehr um die reinen sozialen Fragen der Sprachgebrechlichen
und Schwerhörigen, auch Taubstummen, gekümmert. Wir
möchten besonders hervorheben. daß in der italienischen
Schweiz er es war, der Ärzte und Behörden immer wieder
auf die Probleme der Sprachgebrechlichen, Schwerhörigen
und Taubstummen aufmerksam machte und aktiv an den dortigen
Bestrebungen teilnahm.
Hört man in Fachkreisen über Phoniatrie in der Schweiz,
so spricht man sicher von unserem größten Wissenschaftler,
nämlich Prof. Dr. med. Richard Luchsinger. In Glarus aufgewachsen,
begann er sein Medizinstudium zunächst in Basel, wo er
die beiden Propädeutica absolvierte. Für das nachfolgende
klinische Studium zog er nach Zürich, wo er 1926 mit dem
Staatsexamen abschloß. Während eines Volontariates
an der Medizinischen Klinik in Lausanne promovierte er mit einer
Arbeit ,,über die isoelektrischen Punkte des Blutes unter
besonderer Berücksichtigung der Syphilis. Es folgte
eine anderthalbjährige medizinische und chirurgische Ausbildung
am Kantonsspital Glarus. Anschließend Beginn einer dreijährigen
spezialärztlichen Ausbildung an der HNO-Klinik Zürich
unter Prof. Dr. med. F. Nager. Es folgten kürzere Studienaufenthalte
in London bei Negus, in Wien bei Suchaneck, schließlich
in Kiel bei A. Seiffert.
Die große Wende in seiner beruflichen Planung folgte im
Anschluß an einen mehrmonatigen Aufenthalt in der Abteilung
für Sprach- und Stimmkranke unter Prof. M. Nadoleczny.
Dieser Studienaufenthalt führte zum Wunsch, sich weitmöglichst
der Phoniatrie zu widmen. Die Zeit war aber noch nicht reif,
sich allein diesem Fach widmen zu können, so daß
er gezwungenermaßen neben der Phoniatrie sich auch eine
fachärztliche Praxis für HNO aufbauen mußte.
Dank dem Entgegenkommen seines früheren Lehrers und Chefs,
Prof. Dr. med. F. Nager, wurde ihm kurz nach seiner Etablierung
ermöglicht, eine poliklinische Ambulanz für Sprach-
und Stimmkranke an der HNO-Klinik einzurichten. 1936 wurde auf
regierungsrätlichen Beschluß für ihn eine besondere
Hilfsarztstelle geschaffen. Während all diesen Jahren mußte
Luchsinger in äußerst bescheidenen räumlichen
Verhältnissen arbeiten. Vergleicht man die Einrichtungen
und Räume moderner phoniatrischer Stationen, so ist es
fast unfaßbar, wie neben der eigentlichen Behandlung von
Stimm- und Sprachgestörten eine große wissenschaftliche
Tätigkeit überhaupt möglich war. Wir denken ehrend
auch an seine langjährige Mitarbeiterin Frau Elisabeth
Otto. Sie war nicht nur treue und fachkundige Mitarbeiterin.
Sie trug auch mit an den vielen Erschwernissen und Widerwärtigkeiten,
mit welchen Luchsinger immer kämpfen mußte
1942 erfolgte seine Habilitierung, basierend auf seiner Arbeit
,,Untersuchungen über die Klangfarbe der menschlichen Stimme.
Innerhalb der medizinischen Fakultät hielt er Vorlesungen
über Sprach- und Stimmkrankheiten bis 1954.
Für alle, die Luchsinger und seine Forschungsarbeit kannten,
war es schmerzlich zu hören, daß er einem Rufe für
einen Lehrstuhl für Phoniatric nach Johannesburg in Südafrika
folgte. Nicht nur seine Schweizer Freunde, sondern eine Reihe
hervorragender Hochschuldozenten in Deutschland versuchten,
dies abzuwenden. Selbst vom Ausland her wurde versucht, seine
Stellung an der HNO-Klinik zu verbessern, auch ihm günstigere
Arbeitsverhältnisse zu erwirken. Leider umsonst. Wie wenig
an zuständigen Stellen die Bedeutung der Phoniatrie erkannt
wurde und wie wenig man gewillt war, der Phoniatrie die nötigen
räumlichen und instrumentellen Mittel zur Verfügung
zu stellen, zeigte dann die nachfolgende Entwicklung.
Was prophezeit war, traf nur allzu schnell ein. Daß sich
Luchsinger in Südafrika in seinem Alter in einem völlig
neuen Sprachgebiet wohlfühlen könnte, daran dachte
im Ernst niemand. So war man auch nicht erstaunt, als er bereits
nach einigen Wochen wieder nach Zürich zurückkehrte.
An der HNO-Klinik zeigte man aber keinerlei Entgegenkommen,
und er mußte zusehen, wie man sein Aufbauwerk vergaß
und die Leitung seines von ihm aufgebauten Institutes Ärzten
überließ, die über keine phoniatrische Fachausbildung
verfügten. Besonders hart traf ihn das für uns alle
auch Unverständliche, daß man die Abteilung für
Stimm- und Sprachkranke letzten Endes einer Nichtmedizinakademikerin,
einer Philologin und Logopädin, PD Dr. phil. Cécile
Schwarz, überließ. Diese Wahl erleuchtete schlagartig
die Situation, daß in Medizinerkreisen noch immer die
Unterscheidung zwischen der ärztlichen Phoniatrie und der
Logopädie nicht genügend bekannt war.
Anstelle der Wiedereinsetzung in sein früheres Amt wurde
die Leitung dieser Abteilung einem Kinderarzt überlassen,
seit 1960 der erwähnten Logopädin. Dies an einer Universitätsklinik!
Der Gerechtigkeit halber ist anzuführen, daß nach
Rücktritt des Klinikdirektors Prof. Dr. med. L. Rüedi
Prof. Dr. H. Spöndlin als neuer Leiter der HNO-Poliklinik
sich vermehrt phoniatrischer Fragen annahm und versuchte, in
den gegebenen Verhältnissen das mögliche zu erreichen.
So wurde auch aus dieser Sicht sein Wegzug nach Innsbruck bedauert.
Er folgte einem Ruf zum Ordinarius und Direktor der dortigen
HNO-Universitätsklinik, Nach Durchsicht des wissenschaftlichen
Gesamtwerkes von Luchsinger wird ersichtlich, daß er nach
seiner Rückkehr nach Zürich unverdrossen weitergearbeitet
hat, bis ihn gesundheitliche Störungen zwangen, sich völlig
zur Ruhe zu setzen.
Es
bedeutete ihm immerhin eine große Genugtuung, daß
der Basler Ordinarius und Direktor der dortigen HNO-Klinik.
Prof. Dr. med. E. Lüscher, ihn 1966 an seine Klinik berief,
um in wenigstens bescheidenem Rahmen als Consiliarius für
Phoniatrie zu wirken, doch mußte er schon nach wenigen
Jahren aus Gesundheitsgründen sich von dieser Tätigkeit
wieder zurückziehen. Luchsinger gehört neben Tarneaud/Paris
und Seeman/Prag auch zu den Gründern der ,,Folia Phoniatrica.
An
empfangenen Ehrungen für sein wissenschaftliches Wirken
fehlte es ihm nicht. Die Internationale Gesellschaft für
Logopädie und Phoniatrie wählte ihn für die Zeit
von 1953 bis 1956 zu ihrem Präsidenten. Bei Gründung
der Arbeitsgemeinschaft der Deutschsprachigen Phoniater wurde
er 1963 als deren erster Vorsitzender gewählt.
Die von ihm gegründete Schweizerische Gesellschaft für
Phoniatrie, Logopädie und Audiologie ernannte ihn vor wenigen
Jahren zu ihrem Ehrenpräsidenten. Die Argentinische und
Italienische Gesellschaft für Phoniatrie, ebenfalls die
New Yorker Gesellschaft für Sprach- und Stimmheilkunde
sowie die Sociedade Oto-Rhino-Laryngologia de Rio de Janeiro
ehrten ihn durch Ernennung zu ihrem Ehrenmitglied.
Die gleiche Ehrung erfuhr Luchsinger anläßlich der
Feier seines 70. Geburtstages durch die Deutsche Gesellschaft
für Sprach- und Stimmheilkunde, Eine Reihe weiterer Fachgesellschaften
ernannte ihn zu ihrem korrespondierenden Mitglied. Anläßlich
der Jahrestagung 1971 verlieh ihm das Preisrichterkollegium
der Deutschen Gesellschaft für Hais-Nasen-Ohrenheilkunde,
Kopf- und Halschirurgie den Ludwig-Haymann-Preis. Luchsinger
durfte noch erleben, und dies bedeutete für ihn eine große
Genugtuung, daß Dr. med. Thomas Spillmann nach Abschluß
seiner HNO-Ausbildung sich zu Prof. Dr. med. P. Biesalski, Direktor
der Universitätsklinik für Kommunikationsstörungen
in Mainz, begab und sich während zwei Jahren zum Facharzt
für Phoniatrie ausbildete. Nach seiner Rückkehr 1975
übernahm er die Leitung der audiologisch-phoniatrischen
Abteilung der Zürcher HNO-Klinik. Spillmanns konziliantes
Wesen half mit, eine sehr schöne Zusammenarbeit mit der
neurologischen, medizinischen sowie pädiatrischen Universitätsklinik
zu erreichen. Nicht unerwähnt sei auch die Zusammenarbeit
mit der Kieferchirurgie. Am wichtigsten wohl ist die gegenwärtig
gute Zusammenarbeit auch mit der klinisch/logopädischen
Station unter Leitung von Frau PD Dr. phil. C. Schwarz. Frau
Schwarz hat sich ganz besonders der Aphasiologie angenommen.
Spillmann ist auch, gemeinsam mit seinem nunmehrigen Fachkollegen
Zwahlen, an der Ausbildung der Logopäden bei der Schweizerischen
Arbeitsgemeinschaft für Logopädie und dem Zürcher
Heilpädagogischen Seminar, Logopädenausbildungsstelle,
eng verbunden.
Luchsingers große Pionierarbeit, das möge ihn sicher
freuen, hat letztendlich auch an seinem Wirkungsort gute Früchte
getragen.
Schon
bald nach seiner Wahl als neuer Chefarzt der HNO-Klinik am Kantonsspital
Luzern versuchte Prof. Dr. med. Kurt Graf, seiner Klinik eine
phoniatrische Abteilung anzugliedern. Seine Bestrebungen fielen
genau in die Zeit der phoniatrischen Vakanz in Zürich.
Es war eine glückliche Fügung, daß es Graf gelang,
den tschechischen Altmeister Seeman dazu zu bewegen, 1967 einen
seiner Schüler mit der schönen Aufgabe zu betrauen,
in Luzern eine moderne phoniatrische Abteilung aufzubauen, nämlich
Dr. med. Karel Vrticka. In unermüdlichem Einsatz gelang
es Vrticka, dieses Ziel zu erreichen. Anläßlich des
10-jährigen Jubiläums der Luzerner Phoniatrie wurden
sowohl Graf als auch Vrticka dadurch geehrt, daß aus der
ganzen Schweiz, auch aus dem uns umgebenden Ausland, ein großer
Freundeskreis zusammenströmte.
In
diesen kurzen Jahren gelang es Vrticka, ein großes regionales
phoniaterisches Zentrum aufzubauen. Eine Reihe HNO-Ärzte
hat kürzer oder länger mit großem Gewinn an
seiner Abteilung geweilt. Eine erstaunlich reiche Vortragstätigkeit
entfaltete er nicht nur im Inland, sondern auch weitherum im
uns umgebenden Ausland. Auch möchten wir seine vielen von
ihm durchgeführten Fortbildungskurse für Logopäden
erwähnen, in welchen er sich ganz besonders der Behandlung
von Stimmkranken und Stotterern annahm. Zwei seiner Schüler
mögen hier besonders erwähnt werden.
Dr.
med. Joseph Sopko hat sich an seiner Abteilung zum Phoniater
ausgebildet und wurde anschließend beauftragt, an der
Basler HNO-Klinik (Direktor: Prof. Dr. med. R. C. Pfaltz) eine
phoniatrische Abteilung aufzubauen, nachdem seit dem Weggang
von Luchsinger auch dort eine Vakanz vorlag. Dies gelang Sopko
in zielbewußter Arbeit, und er hat sich in kurzer Zeit
nicht nur das Vertrauen von Ärzten, sondern auch von Logopäden
erarbeitet. Für die übrige Schweiz vorbildlich gelang
es Sopko, mit den führenden Logopädenpersönlichkeiten
in eine fruchtbare Zusammenarbeit zu treten. In direkter Folge
berief man ihn schließlich zum Koordinator aller medizinischen
Maßnahmen im Rahmen der baselstädtischen logopädischen
Betreuung. Ebenso vertritt er die Phoniatrie in allen maßgeblichen
Behörden, besonders auch bei der Logopädenausbildung.
Ein besonderes Vorkommnis an der Basler Klinik darf hier nicht
unerwähnt bleiben: Der stellvertretende Direktor, Herr
Prof. Dr. med. Werner Wey, hat sich, in der Schweiz führend,
sehr um die Probleme der Laryngektomierten gekümmert und
war maßgeblich beteiligt an der Gründung der baslerischen
Kehlkopflosen-Vereinigung. Die nachfolgende Gründung der
Union der schweizerischen Vereinigungen der Kehlkopflosen darf
als ein persönliches Werk angesehen werden. In Würdigung
seiner Verdienste wurde ihm 1977 der ,,Dr. Dora-Seif-Preis
verliehen.
Als
jüngster Schüler Vrtickas hat sich Dr. med. Hans Zwahlen
in Winterthur niedergelassen. Herr Zwahlen ist der erste, der
sich in ambulanter Praxis rein der Phoniatrie, inkl. Pädoaudiologie,
annehmen will. Für schweizerische Verhältnisse ein
mutiges Unternehmen! Seine HNO-Ausbildung erhielt er an den
HNO-Kliniken Luzern und Zürich, unterbrochen durch eine
einjährige Assistentenzeit beim Kinderpsychiatrischen Dienst
des Kantons Zürich
Seit seiner Niederlassung ist er Consiliararzt der kantonalen
Gehörlosenschule sowie Lehrbeauftragter bei der Logopädenausbildung
des Heilpädagogischen Seminars und der Schweizerischen
Arbeitsgemeinschaft für Logopädie. Er wirkte maßgeblich
mit bei der Reorganisation des Logopädischen Dienstes des
Kantons Zürich. Er promovierte mit einer Dissertation über
phoniatrische Aspekte der Lese- und Rechtschreibschwäche.
welche große Beachtung fand.
Wenn
es auch in Luzern gelungen ist, ein großes phoniatrisches
Regionalzentrum zu schaffen, so fehlte doch die Vertretung der
Phoniatrie seit dem Weggang von Luchsinger an unseren Universitäts-HNO-Kliniken
vollständig. Dem Berner Ordinarius und Direktor der dortigen
Universitäts-HNO-Klinik, Prof. Dr. med. Franz Escher, kommt
deshalb das große Verdienst zu, daß er diese Lücke
erkannte und versuchte, dieselbe durch Schaffung einer phoniatrisch/audiologischen
Abteilung an seiner Klinik zu schließen. So hatte er mit
dem in München tätigen Phoniater Ernst Loebell die
nötigen Kontakte aufgenommen, worauf dann am 26.5.1970
Loebell unter Ernennung zum Ordinarius ad personam auf das neuerrichtete
Extraordinariat für Phono-Audiologie an der Medizinischen
Fakultät berufen wurde.
Ernst Loebell wurde am 24. Juli 1928 als Sohn von Prof. Dr.
med. et Dr. med. dent. h. c. Helmut Loebell, Direktor der dortigen
Universitäts-HNO-Klinik, in Marburg geboren. 1937 übersiedelte
die Familie nach Münster/ Westfalen. Seine Mittelschulzeit
durchlief er noch während der schweren Kriegsjahre. Die
damaligen Erschwernisse führten auch dazu, daß er
erst 1947 sein Medizinstudium in Marburg aufnehmen konnte. Fortsetzung
des Studiums in Münster/Westfalen, wo er 1954 das medizinische
Staatsexamen abschloß und im gleichen Jahre zum Dr. med.
promovierte. Anschließend unter dem Read-Ärzte-Austausch-Programm
13-monatiger Aufenthalt in den USA. Ab 1956 Fachausbildung an
der Universitäts-HNO-Klinik in München. 1958 wurde
Loebell mit der Leitung der Abteilung für Hör-. Stimm-
und Sprachkranke der dortigen Klinik beauftragt. ebenso hat
es sich seit dieser Zeit mit der Ausbildung von Logopäden
befaßt. 1962 Lehrauftrag für Hör-, Stimm- und
Sprachheilkunde. 1965 hat Loebell einen an ihn ergangenen Ruf
zur Übernahme der Leitung der Poliklinik für Stimm-
und Sprachkranke der Freien Universität Berlin, als Nachfolger
der Professoren Gutzmann und Schilling, abgelehnt, da er bereits
an der Vorarbeit zur Habilitierung in München beschäftigt
war. Dieselbe erfolgte dann im Dezember 1966 für das Fach
Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, unter besonderer Berücksichtigung
der Hör-, Stimm- und Sprachheilkunde. 1969 Ernennung als
Landarzt für Hör- und Sprachbehinderte in den Regierungsbezirken
Oberbayern und Schwaben.
Nach
der 1970 erfolgten Ernennung zum Ordinarius ad personam auf
ein neuerrichtetes Extraordinariat für Phono-Audiologie
an der Medizinischen Fakultät Bern folgte die Berufung
auf den neugeschaffenen ordentlichen Lehrstuhl für Phoniatrie
und Audiologie an der Universität München. Loebell
hatte sich jedoch bereits für Bern entschieden und seine
Stellung am 4. November 1970 mit der Besoldung eines Ordinarius
und Klinikdirektors angetreten. Er blieb als beurlaubter akademischer
Oberrat noch mit München in Verbindung, bis er im Februar
1973 endgültig die Berufung nach München abgelehnt
und seine Stelle als akademischer Oberrat im Bayerischen Staatsdienst
gekündigt hat.
Beim Amtsantritt am 4. November 1970 in Bern war Loebell bereits
für Bern und auch für die Schweiz kein Unbekannter
mehr. Ein Jahr vorher, an der Herbstversammlung der Schweizerischen
HNO-Gesellschaft, unter dem damaligen Präsidium von O.
Caprez, wurde Loebell mit der Riesenaufgabe betraut, in einer
11/2 -tätigen wissenschaftlichen Sitzung den Schweizer
HNO-Kollegen die Phoniatrie als ein aus der HNO-Heilkunde herausgewachsenes
eigenständiges Fachgebiet vorzustellen. Was unserem verehrten
Freund Luchsinger in all seinen Jahren unerfüllt blieb,
gelang Loebell in für uns alle überraschender Weise.
Auch die älteren Mitglieder der Schweizerischen HNO-Gesellschaft
erinnern sich nicht, je in einer solchen Vollständigkeit
über ein der HNO-Heilkunde so nahestehendes Fach unterrichtet
worden zu sein. So konnte er auch ein Jahr später bereits
auf ein Echo weiter HNO-Kreise rechnen, und dies erleichterte
ihm den Beginn eines neuen Lebensabschnittes wesentlich. Durch
die tatkräftige Unterstützung der zuständigen
Bundesbehörden wurde es ihm ermöglicht, in Bern eine
moderne phoniatrische Abteilung personell und instrumentell
aufzubauen und in kurzer Zeit wurde Bern nicht nur ein Berner,
sondern auch ein richtiges Schweizer Zentrum. So verstand es
Loebell auch, die Wichtigkeit der Phoniatrie bei der Ausbildung
der jungen HNO-Ärzte wach werden zu lassen, und heute -
fast 10 Jahre später - stellen wir fest, daß an allen
Universitäts-Kliniken und den beiden gr0ßen HNO-Kliniken
der Kantonsspitäler Luzern und St. Gallen phoniatrische
Abteilungen angegliedert wurden. Einzelnenortes sind noch weitere
Entwicklungen wünschenswert, andernorts sind nahezu alle
Wünsche erfüllt worden. Unerwartet rasch hat sich
Loebell in die schweizerischen Verhältnisse eingelebt.
Ein ganz außerordentliches Verhandlungsgeschick entwickelte
er hauptsächlich im Verkehr mit Sozialversicherungsbehörden.
Bei der erst 1960 etablierten Schweizerischen Invalidenversicherung
blieben Belange der Phoniatrie und Logopädie praktisch
ohne ärztlichen Einfluß. Auf Initiative einiger weniger
HNO-Arzte, welche an einer Entwicklung der Phoniatrie und Logopädie
besonders interessiert waren, wurden 1969 die Verhandlungen
mit dem zuständigen Bundesamt für Sozialversicherung
aufgenommen. Die Herren Prof. Escher und Dr. Caprez konnten
dann erreichen, daß einer Studiengruppe der offizielle
Auftrag erteilt wurde, nötige Vorarbeiten aus phoniatrischer
Sicht aufzunehmen. Wichtigste Vorarbeiten besorgten die Herren
Dr. K. Tanner und Dr. O. Caprez, doch hat - bereits vor offiziellem
Amtsantritt - Loebell seine guten Dienste zur Verfügung
gestellt und wesentlich mitgeholfen, daß der medizinische
Teil des später in Kraft gesetzten Kreisschreibens über
die Behandlung von Sprachgebrechen im Rahmen der Invalidenversicherung
auch im Au4and Beachtung fand.
Im
Zusammenhang mit diesem Kreisschreiben wurde erstmals in Basel
ein Einführungs- und Fortbildungskurs für HNO-Ärzte
durchgeführt, damals noch im Rahmen der Schweizerischen
Gesellschaft für Phoniatrie, Logopädie und Audiologie.
Nach der Etablierung von Loebell in Bern wurden diese Kurse
unter seiner Leitung unter der Ägide der Schweizerischen
HNO-Gesellschaft durchgeführt. Das Kursprogramm erfuhr
eine wesentliche Erweiterung und alle Kursteilnehmer konnten
persönlich reichen Gewinn davontragen. Leider haben dann
später aus anderweitigen Gründen diese Kurse keine
Fortsetzung mehr gefunden.
Loebell
hat nach zwei Amtsperioden im Oktober 1978 seine Stelle verlassen;
über seinen neuen Wirkungskreis wird erst später berichtet
werden können. Im beiliegenden Verzeichnis seiner wissenschaftlichen
Arbeiten wird Zeugnis abgelegt über seine wissenschaftliche
Tätigkeit während dieser acht Jahre.
Die
Assistenten der Berner HNO-Klinik haben alle eine vorgeschriebene
Zeit an der phoniatrischen Abteilung verbracht. Bereits 1965
übernahm Loebell die Redaktion der internationalen Fachzeitschrift,,
Folia Phoniatrica. Die Deutsche Gesellschaft für
Sprach- und Stimmheilkunde wählte ihn zu ihrem Präsidenten
von 1971 - Ende 1975. Seit dem Herbst 1971 ist Loebell Vizepräsident
der Schweizerischen Gesellschaft für Phoniatrie, Logopädie
und Audiologie. Im August 1977 wurde Loebell zum Präsidenten
der Internationalen Gesellschaft für Logopädie und
Phoniatrie (IALP) ernannt. Die Arbeitsgemeinschaft der Deutschsprachigen
Phoniater wählte Loebell bereits zweimal zu ihrem Vorsitzenden.
Im Frühjahr 1969 wurde Loebell zum Mitglied des Collége
International de Phonologie Experimentale ernannt. Der Bund
Schweizerischer Schwerhörigenvereine ernannte ihn zum Präsidenten
der Hörmittelkommission sowie der Fachkommission für
Ausbildung von Schwerhörigenlehrern.
Eine
Reihe Ehrungen aus dem Ausland ist ihm zugekommen. So wurde
er Ehrenmitglied der Ungarischen Gesellschaft für Phonetik,
Phoniatrie und Logopädie sowie korrespondierendes Mitglied
der Österreichischen Gesellschaft für Phoniatrie und
Logopädie und der Griechischen Gesellschaft für Neurologie
und Oto-Rhino-Laryngologie.
Dr.
med. D. Padovani war sechs Jahre als Assistent und Oberarzt
engster Mitarbeiter von Loebell. Padovani widmete sich 31/2
Jahre der allgemeinen Chirurgie, anschließend absolvierte
er seine HNO-Fachausbildung an der Basler Klinik. Während
seiner Berner Zeit lag sein Schwergewicht bei der Forschung
über ein Entwicklungssystem zur Diagnose und Verfolgung
der Entwicklung vor allem der Dysphonien durch computerisierte
Auswertung der Sonographie (Teilresultate wurden bereits publiziert).
Große Anerkennung fanden seine Vorträge und Ausbildungskurse
über Dysphonien, Balbuties und Nasalität. wo er eigene
Therapiemethoden entwickelte.
Bereits
vor 120 Jahren wurde in St. Gallen die heute noch existierende
Taubstummenanstalt gegründet. Anfänglich nahm man
sich in Einzelfällen noch Sprachgebrechlicher an. Aber
erst mit dem Rückgang der Zahl der Taubstummen wurden in
den Dreißiger Jahren immer mehr sprachgebrechliche Kinder
aufgenommen. Von diesem Haus aus strahlte regional allmählich
ein logopädischer Dienst für die Ostschweiz aus. Bis
dahin fehlte aber noch ein eigentliches phoniatrisches Zentrum.
Nach dem Berner Vorbild suchte auch der jetzige Chefarzt der
HNO-Klinik am Kantonsspital St. Gallen, Prof. Dr. med. H. Struppfer
nach einer lokalen Lösung, bis 1973, PD Dr. med. G. Böhme,
seine Tätigkeit als Leitender Arzt der Abteilung für
Gehör-, Sprach- und Stimmheilkunde übernahm. Böhme
hatte dann Gelegenheit, mit der Erstellung eines modernen Neubaues
gleichzeitig seine Abteilung instrumentell und personell seinen
Wünschen entsprechend auszubauen. Neben St. Gallen hat
Böhme aber noch Verpflichtungen in München beibehalten,
wobei aber das Hauptgewicht seiner Tätigkeit auf St. Gallen
gelegt worden ist. In den wenigen Jahren seiner bisherigen St.
Galler Tätigkeit widmete er sich sehr intensiv dem wissenschaftlich/publizistischen
Gebiete. So erschienen seit 1974 allein sechs Lehrbücher.
Die beiliegende Liste seiner wissenschaftlichen Publikationen
gibt Zeugnis seiner großen Aktivität.
Frau
Dr. med. Marcella Valenta führt seit 1976 in St. Gallen
eine mehrheitlich phoniatrische Tätigkeit in freier Praxis
aus.
Ihre phoniatrische Ausbildung genoß sie noch in Prag bei
Seeman und Sedlácková. Vor ihrer St. Galler Tätigkeit
war sie Assistentin und Oberärztin an der phoniatrischen
Abteilung in Bern, welche Tätigkeit sie mit einem kleineren
Teilpensum seit ihrer Etablierung in St. Gallen noch weiterführt.
In
der französischsprachigen Schweiz hat sich. wie bereits
früher erwähnt, Dr. André Muller in seiner
Praxis nebenamtlich noch sehr der Phoniatrie gewidmet. Besonders
hervorzuheben ist seine Lehrtätigkeit an der Faculte
de Psychologie et des Sciences de lEducation an der Universität
Genf. Die französischsprechende Schweiz verdankt Muller
in der Förderung der Phoniatrie und Logopädie sehr
viel.
Schließlich
aber hat Frau Dr. med. Mary-Louise Duoit-Dixon neben ihrer HNO-Ausbildung
eine ebensolche in Audiophonologie bei Lafon in Besancon durchlaufen.
Sie schloß ihre dortigen Studien mit einer Dissertation
über ,,Contribution electro-cochléographique au
diagnostic de 6 cas de tumeurs rétro-cochléaires
ab.
Ende
Dezember 1975 erleichterte ihr ein entsprechender kantonaler
Regierungsentscheid die Errichtung einer Abteilung für
Audiophonologie an der Lausanner Universitäts-HNO-Klinik
(Direktor: Prof. Dr. med. M. Savary). In den wenigen Jahren
ihrer Tätigkeit gelang es Frau Dutoit, in Lausanne ein
für den französischsprechenden Teil äquivalentes
phoniatrisches Zentrum auf der Ebene einer Universitätsklinik
zu schaffen, wofür wir ihr alle wissen.
Die
letzte Lücke bei der Besetzung von Phoniaterstellen an
den großen HNO-Kliniken ist nun auch in Genf geschlossen
worden. Dr. med. Michel Oueloz hat nach seiner Fachausbildung
in HNO einen längeren Studienaufenthalt bei Loebell in
Bern angeschlossen, schließlich in Prag bei Sedlácek.
Seit
1975 arbeitete er an der dortigen Universitäts-HNO-Klinik
als Consiliarius für Phoniatrie.
Ergänzung
von J. Wendler
Nach dem 2. Weltkrieg begann Dr. med. O. Caprez, Chefarzt der
HNO-Abteilung in Chur, mit dem Aufbau eines phoniatrisch-logopädischen
Dienstes in Graubünden. Dabei waren vor allem große
Sprachprobleme zu überwinden, z. B. in Bezug auf das Rätoromanische,
das weder als einheitliche Lautsprache noch als solche Schriftsprache
existiert. Einzelne Talschaftsdialekte haben hier den Charakter
von Hochsprachen. Caprez gelang es, entsprechende Übungsmaterialen
und auch Tonbänder für sprachaudiometrische Untersuchungen
in den einzelnen Dialekten zusammenzustellen. Als Präsident
der Schweizerischen Gesellschaft für Phoniatrie, Logopädie
und Audiologie erwarb sich Caprez große Verdienste um
die Entwicklung und die Organisation der Phoniatrie in der Schweiz.
Auch seine Aktivität als Generalsekretär der UEP zeugt
von hohem Einsatz für das Fachgebiet.

Literatur
Bücher
Böhme, G.: Stimm-, Sprech- und Sprachstörungen. Stuttgart:
Fischer 1974 Böhme, G.: Methoden zur Untersuchung der Sprache,
des Sprechens und der Stimme. Stuttgart: Fischer 1978.
Luchsinger, R.; Arnold, G.E.: Lehrbuch der Stimm- und Sprachheilkunde.Wien:
Springer 1949; 2. Aufl. Wien: Springer 1959. Luchsinger, R.;
Arnold, G. E.: Hdb. der Stimm- und Sprachheilkunde. Wien, New
York: Springer 1970.
Monographien,
Habilitationsschriften und Buchbeiträge
Böhme, G.: Die Stimmnorm aus phoniatrischer Sicht. In:
Sprach- und Sprechnormen. Hrsg. von J. Lotzmann. Heidelberg:
Groose 1974.
Böhme, G.: Hör- und Sprachstörungen bei Mehrfachschädigungen
im Kindesalter. Stuttgart: Fischer 1976.
Böhme, G.: Das Stottersyndrom. Stuttgart: Fischer 1977.
Loebell. E.: Rehabilitation von Hör-, Stimm- und Sprachgestörten.
In: K. A. Jochheim u. J. F. Scholz: Hdb. der Rehabilitation.
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Zeitschriftenartikel
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Konzeption. Arch. klin. exp. Ohr-usw. Heilk. 205 (1973), 384-387,
Böhme, G,: Angewandte Phoniatrie. HNO (Berl.) 24 (1976),
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Böhme, G.: Die zerebellare Dysarthrie. HNO (Berl.) 25 (1977),
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and song in normal persons and in patients with organic and
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Luchsinger, R.: Verzeichnis von 121 wissenschaftlichen Arbeiten
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Sopko, J.: Langzeitergebnisse nach Tefloninjektion bei einseitiger
Kehlkopflähmung. HNO (Berl.) 26 (1978), 395.
Vrticka, K.; Graf, K.; Zwahlen, H.; Sopko, J.: Combined phoniatric
and laryngological treatment of nonmalignant changes in the
edge of the vocal folds. Folia phoniat. 28 (1977), 314.
Addendum
by Karel Vrticka, Lucerne
Presenting
this text which shortly updates the recent developments and
overviews the actual stand of the phoniatrics in Switzerland,
I am thankfully remembering the late Dr. Oskar Caprez who summarized
the early history of Swiss phoniatrics in his detailed and sprightly
critical article in the Festschrift which was edited in Berlin
in 1980 on the occasion of an International Symposium 75
years of Phoniatrics in the honor of Hermann Gutzmann
sen.
Not
only the beginnings but also the recent developments of our
specialty in Switzerland have been characterized by extreme
fluctuations with numerous ups and downs. The names of Professor
Max Nadoleczny and Professor Richard Luchsinger were world-wide
well-known at their lifetimes already by their scientific publications
as well as educational and organization activities. However,
in the late sixties of the twentieth century, the everyday phoniatric
service in Switzerland was at one of the deepest downs.
In
1954 Professor R. Luchsinger had left his Phoniatric division
at the University ENT Clinic in Zurich concentrating himself
on his scientific work and his private practice and was after
1966 only two hours weekly phoniatric consultant at the University
ENT Clinic in Basel. His former university service in Zurich
has been taken over and lead for years by a non-medical head.
It was the merit of several interested otorhinolaryngologists
enthusiastic about phoniatrics such as Dr. O. Caprez (Chur),
Prof. K. Graf (Lucerne), Dr. K. Kistler and Dr. M. Meister (Zurich),
Dr. A. Muller and J.-P. de Reynier(Lausanne), Prof. J.-P. Secrétan
(Neuchâtel), Prof. H. Spöndlin (Zurich), Dr. K. Tanner
(Liestal) and Prof. Dr. W. Wey (Basel), who compensated for
this quasi-total absence of phoniatric centers in German-, French-
and Retoroman-speaking parts of Switzerland and guaranteed that
our medical specialty continued to exist in this country (the
Italian-speaking part of Switzerland, the Tessin, was oriented
either to the German- and French-speaking centers or those in
Italy).
Recent
history: After a short visit in 1966, the author of this text
moved definitively to Switzerland in 1967on the initiative of
Prof. Dr. K. Graf with the commitment to found and to lead the
phoniatric division of his ENT Clinic at the Cantonal Hospital
in Lucerne (which was at that time the only full-time phoniatric
institution in Switzerland) and to train young Swiss ENT colleagues
in phoniatrics. With his postgraduate training as collaborator
of the oldmaster of European phoniatrics Prof. M. Seeman and
by Prof. E. Sedlá?ková in the Phoniatric Laboratory
at the Medical Faculty of the Charles University in Prague and
by Prof. J.-C. Lafon and Dr. G. Cornut as assistant étranger
de lInstitut dAudiophonologie de la Faculté
de Médicine of the University in Lyon, the phoniatric
division in Lucerne possessed from the very beginning the scientific
and language fundaments for intensive and extensive contacts
with both German- and French-speaking Swiss colleagues, centers
and organizations. Dr. H. Zwahlen, Dr. H.-L. Giger, Prof. J.
Sopko, Dr. A. Sommerhalder and Dr. V Schweizer started their
postgraduate phoniatric training in Lucerne, shared the diagnostic,
therapeutic, research and publication work focused on voice
disorders, vocal rehabilitation after total laryngectomy and
velopharyngeal insufficiency but including the whole field of
spoken and written verbal communication and offered their support
for three international symposia and numerous postgraduate courses
for ENT colleagues and speech therapists organized by this institution.
Since 1968, lectures have been given at the University of Fribourg
and at several institutions in Zurich training speech therapists.
The
history of the Division of Phono-Audiology at the University
ENT clinic in Berne under Professor Ernst Loebell during the
years 1970 till 1978 was already summarized in Dr. O. Caprezs
above mentioned review of 1980.
Professor
E. Loebell built up a large clinical institute and laid the
foundation for the regulations of the social insurance in the
field of voice, speech and language disorders (which unfortunately
were partially revised in the recent years). Between 1988 and
1996, Dr. Sandra Lahovary was in charge of the Phoniatric division
being supported by Dr. Marcella Valenta and Dr. Maria Mullis
Gadient. As another down in the development of Swiss phoniatrics,
only an ENT supervision was guaranteed in the following years
1996 till 1999. We are happy to welcome Assistant Professor
Eberhard Seifert who has now been leading this service since
January 1st, 2000.
Professor
Gerhard Boehme from Munich accepted 1973 a half-time appointment
as the head of the Audiologic and phoniatric division of the
ENT Clinic in St. Gallen where he introduced modern phoniatric
examination methods and continued his wide publishing activities.
His successor is Dr. Michael Hoffmann who has been in charge
of both the audiologic and phoniatric work, since 1986.
1975
may be evoked as the year of change for Swiss phoniatrics. During
this single year, three phoniatric divisions at university ENT
clinics were born.
In
Basel, Dr. Joseph Sopko started his Phoniatric department at
the University ENT Clinic and, as professor of ENT and phoniatrics,
consequently lectures at the Medical Faculty and at the Institute
for special pedagogics and psychology.
After
a long and deep down, the phoniatrics in Zurich celebrated a
revival. As head of the new Unit of audiology and phoniatrics
at the University ENT clinic, Dr. Thomas Spillmann earns a special
mention for his great merits in promoting and supporting the
phoniatrics in edition to his important clinical and scientific
audiologic activities. He was succeeded 1995 by Dr. Salome Zwicky
and since 1996 by Dr. Daniel Jenny.
Dr.
Mary-Louise Dutoit founded 1975 the Division of audiophonology
at the University ENT clinic in Lausanne which had been serving
as a regional phoniatric center for the whole French speaking
part of Switzerland. Several decades after Professor M. Nadoleczny
and Professor R. Luchsinger, Switzerland had 1983 in the person
of M.-L. Dutoit again an Assistant Professor in phoniatrics.
In 1989, she was succeeded in her clinical work by Dr. J. Cherpillod
and since 1993 by Dr. Valérie Schweizer, but she has
continued her lecturing for speech therapists in Neuchâtel
till 1999 and is still in private practice.
Though
well known for its high standard clinical and research work
in laryngology, the University ENT Clinic in Geneva offered
during the years 1976-1996 phoniatric examinations only by external
consultants Dr. Michel Queloz (1976-1979) and Dr. Edouard Witzig
(1979-1996) who had their private practices downtown and worked
in the clinic 1990-1996 even without pay. Since 1996 Dr. Valérie
Schweizer has ensured as half time member of the clinical team
regular phoniatric services (with her principal basis in the
Phoniatric Division of the University ENT Clinic in Lausanne).
Also
since 1976, Dr. Marcella Valenta has been privately practicing
in St. Gallen ensuring - after the decease of Dr. Oskar Caprez
- phoniatric services for the large Eastern part of Switzerland
(Canton of Grisons), too.
Between
1977 and 1996, Dr. Hans Zwahlen was privately practicing in
Winterthur showing a special interest in alternative methods
in the treatment of functional voice and speech disorders.
Former
collaborator of Professor E. Loebell in Berne, Dr. Danielo Padovani
installed himself 1978 in a private phoniatric practice in Zurich.
He served also regularly the Italian speaking Southern part
of Switzerland (Canton of Tessin). After his regrettable decease,
Professor E. Schindler from Turin (Italy) has taken over the
phoniatric activities in this region.
In
1980, Dr. Hans-Luzius Giger opened his private practice in Zurich.
He has profiled himself by multiple activities in the CoMeT
and in the UEP especially in the field of vocal physiology and
professional voice disorders as well as swallowing disorders
in children.
In
1984, Dr. Jacques Cherpillod started his private practice in
down town Lausanne as well as his clinical activities in the
Division of audiophonology at the University ENT Clinic.
In
1990, Dr. Albert Sommerhalder started his private practice in
Lucerne concentrating himself not only on voice disorders but
also on language and speech problems.
Both
Dr. Giger and Dr. Sommerhalder collaborate with associated speech
therapists.
Finally,
1996, Dr. Salome Zwicky and Dr. Maria Mullis Gadient opened
their private practices in Schlieren near Zurich and in Berne
respectively.
The
cultural multiplicity which is typical of the life in Switzerland
has also been reflected by its multifocally oriented contemporary
phoniatrics. These have their own roots in the tradition of
M. Nadoleczny and R. Luchsinger but have also profited in a
substantial measure from the great phoniatric schools of M.
Seeman and E. Sedlá?ková in Prague (Boehme, Queloz,
Valenta, Vrticka), J.-C. Lafon, G. Cornut and M. Bouchayer in
Lyon (Dutoit, Vrticka, Witzig), P. Biesalski and M. Heinemann
in Mainz (Hoffmann, Spillmann, Zwicki), J. Wendler in Berlin
(Jenny), E. Schönhärl and E. Kruse in Marburg (Giger),
G. Kittel and U. Eyshold in Erlangen (Lahovary, Opperman), W.
Pascher in Hamburg (Oppermann) as well as from A. Lamprecht-Dinnesen
in Munster (Seifert), F. Frank in Vienna (Lahovary), P. Kitzing
in Malmö (Sopko) and G. Woodson in Memphis, USA (Schweizer).
Research and publication activities: Although the research work
of the Swiss phoniatricians has not primarily been concentrated
on specific projects but was substantially based on the evaluation
of clinical experience, important results as a genetic proof
of the common etiology and thus the identity of the velofacial
(Sedlácková, 1955) with the velo-cardio-facial
(Shprintzen, 1978) syndrome were obtained by Vrticka, 1998 (in
collaboration with the Institute of human genetics of the University
in Zurich). A new classification of vocal diseases (Witzig et
Cornut, 1986), frequency dependant intensity measurements in
the vocal tract by Glaser analyzer and evaluations of relevant
medical findings in voice professionals (Giger, 1984 and 1993),
CT examinations of the velopharyngeal closure and of the upper
esophageal sphincter in laryngectomees (Vrticka and Sommerhalder,
1983 and 1987) as well as computed nasometry in myasthenia and
in patent Eustachian tubes (Schweizer, Sommerhalder and Vrticka,
1996 and 1998) have been introduced.
The
most productive writer has been of course Professor G. Boehme
with his numerous textbooks of phoniatrics and other publications.
Assistant Professor M.-L. Dutoit published a popular textbook
about the larynx and voice. In his two paperbacks brightly documented
by laryngoscopic color photographs, Professor J. Sopko informed
our Swiss ENT colleagues about the laryngeal and voice pathology,
dealt with voice disorders in Berendes booklet (1987)
and in further publications with psychosomatics in the ENT as
well as with interrelations of medicine and music.
The
excellent collaboration with the Swiss ORL society has been
witnessed by numerous phoniatric publications in the Proceedings
of its annual Congresses which have been published since 1976
by Professor J. Sopko as member of the editorial committee.
Vrticka and collaborators contributed with 22 (one main lecture),
Sopko and collaborators with 16 and Lahovary with 14 texts.
Further phoniatric contributions were published by Boehme, Cherpillod,
Dutoit, Giger, Hoffmann, Jenny, Mullis, Opermann, Schweizer,
Sommerhalder, Spillmann, Valenta, Witzig and Zwahlen (Spillmans
numerous audiological articles and audiologic texts by other
phoniatric colleagues have not been considered in this list).
Swiss
phoniatricians presented important contributions at international
ORL and phoniatric congresses (Vrticka communicated three main
lectures to the Société Française de Phoniatrie)
and they also published numerous articles in scientific periodicals
as well as in different congress proceedings all over the world.
Pedagogic
activities: Professorial lectures in ENT, phoniatrics at medical
faculties as well as in physiology and pathology of voice, speech,
language and hearing for speech therapists have been given at
the Universities of Lausanne, Basel and Fribourg as well as
in Neuchâtel by Assistant Professor M.-L. Dutoit, Professor
J. Sopko and Professor K. Vrticka. During their postgraduate
training, numerous ENT colleagues worked in turn in the clinical
phoniatric divisions and six medical dissertations on phoniatric
themes were realized in Lucerne by graduating medical doctors.
Lectures and practical training for speech therapists have also
been offered at the Faculté de Psychologie et des Sciences
de lEducation in Geneva (Dr. A. Muller and Dr. E. Witzig),
in Neuchâtel (Dr. V. Schweizer), at the Institute of special
education in Fribourg (Dr. S. Lahovary and Dr. M. Mullis Gadient),
at the Institute of special education in Zurich (Dr. M. Hoffmann,
Dr. P. Oppermann, Dr. T. Spillmann, Dr. S. Zwicky and Dr. H.
Zwahlen) as well as at the Swiss work-community for logopedics
in Zurich. Many speech therapists completed their practical
training in the clinical phoniatric divisions.
Associations:
The untiring efforts of Dr. O. Caprez and the enthusiasm of
Swiss phoniatricians and their ENT colleagues interested in
phoniatrics were crooned by the official foundation of the Swiss
Phoniatric Society in 1978 with G. Boehme, O. Caprez, M.-L.
Dutoit , E. Loebell, R. Luchsinger, A. Muller, D. Padovani,
M. Queloz, J. Sopko, T. Spillmann, M. Valenta, K. Vrticka and
H. Zwahlen as its first members. Since 1980, the phoniatrics
have been acknowledged as medical specialty on the basis of
the otorhinolaryngology by the Swiss Medical Association FMH
(Foederatio medicorum helveticorum). Since 1981, the so called
Commission mixte unifying the representatives of medical specialties
involved in diagnostics, therapy and research of normal and
disturbed verbal communication (ENT, phoniatrics, pedopsychiatrics
and recently also pediatrics) has been working and regularly
organizing symposia on topics of common interest. Within the
Commission mixte, the phoniatricians have admittedly formed
the smallest group but they have represented the only medical
specialty dealing exclusively with normal and disturbed verbal
communication. Unfortunately, this specific role of the phoniatrics
has not always been adequately respected by the larger societies
even if they treat other fundamental tasks and are only marginally
concerned about communication disorders.
On
the basis of their fundamental postgraduate ENT training, all
members of the Swiss Phoniatric Society have primarily been
members of the Swiss ORL Society too. As elected members of
the ORL Committee, Dr. T. Spillmann, Professor J. Sopko and
Dr. E. Witzig and also in their turn the presidents
of the Swiss Phoniatric Society as assessors regularly discussed
actual phoniatric problems with the representatives of the Swiss
ORL Society. Together with the close collaboration of the ORL
and phoniatric members of the Commission mixte, these regular
contacts of the ORL and phoniatric committees have guaranteed
for co-coordinated professional politics. After an extended
discussion between the ORL and phoniatric societies whether
the phoniatrician is entitled to perform operative interventions,
finally a simple solution was found respecting that the surgical
capacities of every phoniatrician are guaranteed by his fundamental
ENT training.
Members
of the Swiss phoniatric society have also been very active in
the Swiss phoniatric, logopedic and audiologic society (Dr.
H.-L. Giger and Dr. M. Hoffmann as presidents) as well as in
the corresponding Société romande dAudiophonologie
in the French-speaking part of Switzerland.
International
contacts: After Professor R. Luchsinger and Professor E. Loebell
(the latter organized the World Congress of the International
Association of Logopedics and Phoniatrics in Interlaken 1974),
Dr. André Muller was elected president and honorary member
of the IALP. Professor J. Sopko is honorary member of the Slovak
ORL Society. Dr. O. Caprez, Dr. H.-L. Giger, Dr. T. Spillmann
and Dr. M. Valenta were responsible for the contacts with the
society of German speaking phoniatricians and have maintained
the links to the Union of European Phoniatricians. Dr. H.-L.
Giger invited as president of the UEP its 1999 Congress to Lucerne
where it was successfully organized by Dr. A. Sommerhalder (Congress
president) and Dr. P. Oppermann (Congress secretary). Several
phoniatricians from the German speaking part of Switzerland
are members of German societies, those of the French speaking
part as well as Professor K. Vrticka of the Société
Française de Phoniatrie. Professor K. Vrticka belongs
also to the group of foundation members of the Association Européenne
des Centres de Phoniatrie.
Actual
state: With Assistant Professor E. Seifert who will join us
next, the Swiss Phoniatric Society will count 16 ordinary, 3
honorary, 7 corresponding and 1 inactive member. With the requirements
of the Swiss Medical Association FMH for professional qualifications
in ENT, those for the phoniatrics have been revised and introduced
on January 1st, 2000 (Schweizerische Ärztezeitung Suppl.
4a, 2000). This document denominates the phoniatrics as the
second main focus (the surgery of the head and neck
being the first one) of the otorhinolaryngologic postgraduate
training. It contains 1. the definition of the phoniatrics as
known from the UEP statutes), 2. the requirements of a completed
ENT postgraduate training and in addition a two years
postgraduate training in phoniatrics in one of the acknowledged
phoniatric postgraduate training centers in Switzerland (actually
in the phoniatric divisions of the ENT clinics in Basel, Berne,
Lausanne, Lucerne and Zurich) with previous permission,
one year may be completed in a comparable institution abroad
3. an examination regulation.
As
an acknowledged medical specialty on the basis of the otorhinolaryngology
in the framework of the Swiss Medical Association FMH with 19
ordinary and honorary members (this number includes four University
Professors), the Swiss phoniatric society is now at one of its
high ups. Lets hope that with the generally rising
tendency of the phoniatrics in whole Europe this positive
development of our specialty in Switzerland will steadily continue.
The
author of this text addresses his sincere apology to those Swiss
phoniatric colleagues whose functions, publications, merits
and distinctions he might have omitted or forgotten to mention.